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Pressemitteilung: Stadt und Zivilgesellschaft wollen den Austausch fortsetzen
Essen, 4. Mai 2026 – Der Diskussionsabend „Wie wollen wir wohnen? Gemeinschaftliche Wohnprojekte in Essen“ an der Volkshochschule Essen (VHS) hat ein deutliches Signal für die wachsende Bedeutung gemeinschaftlicher Wohnformen gesetzt. Mit weit mehr als 120 Interessierten an der Veranstaltung war der kleine Saal der VHS ausgelastet.
Die Veranstaltung entstand in Kooperation mit dem Netzwerk „Essen zieht zusammen“, einem Zusammenschluss von acht gemeinschaftlichen Wohnprojekten in Essen. Im Mittelpunkt standen die Potenziale gemeinschaftlicher Wohnformen sowie die Frage, wie Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft künftig stärker zusammenarbeiten können.
Zum Auftakt stellte Dr. Sabine Weck vom Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung NRW (ILS) aktuelle Forschungsergebnisse vor. Gemeinschaftliche Wohnprojekte leisten demnach wichtige Beiträge zu bezahlbarem Wohnen, sozialem Zusammenhalt, nachhaltiger Stadtentwicklung und dem Umgang mit Einsamkeit und demografischem Wandel.
Im anschließenden Podium diskutierten Beatrix Evers-Grewe (Wohnprojekt Ruhrwoge), Kathrin Hölscher (Netzwerk „Essen zieht zusammen“) und Friedhelm Stärk (Amt für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt Essen) über Chancen und strukturelle Herausforderungen gemeinschaftlicher Wohnprojekte in Essen.
Dabei wurde deutlich, dass viele Initiativen trotz hohen Engagements über Jahre hinweg mit komplizierten Vergabeverfahren, fehlenden Ansprechpartner und mangelnden Unterstützungsstrukturen konfrontiert sind.
„Über einhundert Treffen mit unserer Gruppe – und bisher ist jeder Versuch, einen Zuschlag zu bekommen gescheitert“, erklärte Beatrix Evers-Grewe.
Gleichzeitig verwiesen die Beteiligten auf erfolgreiche Essener Beispiele wie das Quartierswohnprojekt FLiP in Frohnhausen, die Wohnprojektgenossenschaft Raumteiler sowie den Essener Beginenhof.
„Wohnprojekte geben zivilgesellschaftliche Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Fragen – von bezahlbarem Wohnen über resiliente Nachbarschaften bis hin zu barrierefreiem und gemeinschaftlichem Leben“, erklärte Kathrin Hölscher.
Von Seiten der Stadtverwaltung wurde signalisiert, gemeinschaftliche Wohnprojekte künftig stärker berücksichtigen zu wollen. Breite Zustimmung erhielt insbesondere der Vorschlag, den begonnenen Austausch in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zwischen Stadtverwaltung und dem Netzwerk „Essen zieht zusammen“ fortzuführen.
Auch aus dem Publikum kamen zahlreiche Impulse, unter anderem zur Nutzung von Leerständen, zur Reservierung städtischer Grundstücke für Wohnprojekte sowie zur stärkeren Einbeziehung migrantischer Perspektiven und kultureller Vielfalt.
Die große Resonanz der Veranstaltung machte deutlich: Gemeinschaftliche Wohnformen sind in Essen längst kein Nischenthema mehr. Nikolaos Georgakis von der VHS Essen sprach in seiner Verabschiedung von einem „historischen Abend“.
Hintergrundbild:
Menschen nutzen Balkone für Alltag,
Kreativität und Gemeinschaft.
Foto: Gvardgraph/shutterstock/VHS Essen
Unsere Vision
Als Netzwerk von und für Essener Wohnprojekte und anders-wohnende Kollektive verstehen wir uns als eine dynamische Gemeinschaft, in der jedes Projekt durch seine (Un-) Erfahrungen die anderen bereichert. Die Prozesse, die unsere Projekte durchlaufen, von der Entstehung bis zur Weitergabe an neue Generationen, sehen wir als lebendige Beispiele alternativen Lebens. Durch gemeinsame Reflexion, das Sammeln und Weitergeben von Wissen möchten wir neuen Wohnprojekten den Projektstart erleichtern. Zugleich zeigen wir mehr Menschen, dass gemeinschaftliches Leben vielfältig, möglich und erstrebenswert ist. Wir erkennen unsere Rolle als Wegbereiter:innen an, die sich im Verbund dafür einsetzen, die Stadtpolitik zu überzeugen, mehr für Wohnzusammenschlüsse zu tun. Dabei gehen wir gleichermaßen selbstbewusst und sensibel vor, um unsere Ziele zu erreichen und Kulturen des gemeinsamen Lebens in unserer Stadt nachhaltig zu fördern.

ZIEL 1
Entstehende Wohnprojekte unterstützen
und vernetzen
Unsere Ziele
Unser Ziel ist es, Wohnprojektgruppen bei allen Phasen ihrer Entstehung zu unterstützen, von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Durch die Bereitstellung von Informationen, Beratung und Vernetzung möchten wir die Eigeninitiative stärken und den Erfahrungsaustausch fördern.
Maßnahmen:
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Übersicht erstellen über Akteur:innen/Netzwerke
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Zusammenbringen von Akteur:innen, die Wohnraum suchen
und denen, die Wohnraum haben (z. B. Vermittlungsplattform) -
Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung
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Lobbyarbeit in stadtpolitischen Zusammenhängen
ZIEL 2
Solidarität zwischen den Wohnprojekten erhalten und weiter fördern
Maßnahmen:
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Regelmäßige Treffen im Netzwerk
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Aktuelle Themen besprechen und in Aktion treten

ZIEL 3
Wissen gemeinsam weitergeben
Wir haben mit unseren Wohnformen Antworten auf gesellschaftliche und individuelle Fragen gefunden und haben das Ziel, diese gemeinsam weiterzutragen und zu vervielfältigen.
Die Themen von hohem gesellschaftlichen Interesse des gemeinschaftlichen Wohnens sind:
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Vereinsamung als demographisches Phänomen unserer Zeit
(Wohnprojekte als Ermutigung gegen Vereinzelung und Einsamkeit) -
Gesellschaftliches Engagement durch Wohnprojekte
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Bedeutung von Wohnprojekten für die Stadt(teil)entwicklung
(z. B. Stabilisierung von Mieten) -
Nachhaltigkeit
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Persönliches Wohlbefinden/individuelle positive Lebensgeschichten
in Wohnprojekten -
Generationsübergreifend/Durchmischung von Generationen in Wohnprojekten
Maßnahmen:
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Wir betreiben gemeinsam Öffentlichkeitsarbeit/politische Lobbyarbeit zu den oben genannten Themen insbesondere über:
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Website
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Politische Statements/Positionspapiere
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Blog
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Newsletter
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Weitere gemeinsame Publikation
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Künstlerische Umsetzung
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Thementage
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Demos
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Wir wollen uns gegenseitig motivieren und inspirieren.
Was ist eigentlich ein Wohnprojekt?
Wohnprojekte sind Initiativen, die über die Herkunftsfamilie hinausgehen und bewusst Gemeinschaften bilden. Das gemeinsame Entwickeln, Gestalten und Verwalten eines selbstbestimmten Zuhauses stehen im Vordergrund. Die gelebte, diverse Gemeinschaft ist ein zentrales Motiv. Das gemeinsame Wirken kann über den Wohnort (z. B. ins Quartier, Stadtteil, Kommune) hinausgehen. Wohnprojekte leben in unterschiedlichen Wohnformen zusammen - von Mietmodellen über Genossenschaften bis hin zum Mietshäuser Syndikaten. Wohnprojekte können sowohl in Ein- als auch Mehrfamilienhäusern ansässig sein.

